Als ich fast verstummte und warum mein Rennwagen trotz 10 km/h auf der Rennstrecke bleiben darf.
Blink-Cursor und Angst-Spirale
Der Cursor blinkt. Die Zweifel schreien.
Es ist Juli. Ich starre auf den Bildschirm. Der Cursor blinkt in der ersten Zeile eines leeren Dokuments. Rhythmisch. Hypnotisch. Wie ein Metronom, das fragt: „Traust du dich?“
Drei Wochen liegen hinter mir. Drei Wochen, in denen mein letzter Blogartikel „Müde reicht nicht! Wenn Fatigue und ME/CFS unbeschreibbar bleiben“ wie ein ungeöffneter Brief in meinem Dateiordner schlummerte. Fertig geschrieben. Korrektur gelesen. Bereit zur Veröffentlichung. Und doch gefangen in meiner Angst. In einer Angst-Spirale.
Nicht Brainfog hat mich gehindert, obwohl der momentan am späten Nachmittag jeden klaren Gedanken in Sirup hüllt. Nicht die fehlenden Worte. Die standen da, sauber sortiert in Absätzen. Es war diese Stimme. Diese tückische Flüsterstimme, die wieder lauter wurde: „Du darfst das nicht. Du kannst das nicht. Hör endlich auf.“
Heute, während ich diese Zeilen tippe, sind sie wieder da. Dieselben absurden Fragen schleichen sich ein: Bin ich krank genug? Darf ich überhaupt über Fatigue schreiben?
Das Paradox der guten Momente bei ME/CFS
Es ist paradox. Genau in den Momenten, wo meine kognitive Leistung ausreicht, um Wörter aneinanderzureihen, zweifle ich an der Berechtigung meiner Erfahrung und fühle mich wie eine Hochstaplerin.
Gerade weil ich schreiben kann, fange ich an, alles zu hinterfragen. Als wäre ich nur dann berechtigt, über ME/CFS zu schreiben, wenn ich nichts mehr zustande bringe. Als würde mein Rennwagen (so nenne ich meinen Körper), nur weil der Motor noch anspringt, automatisch wieder für Formel-1-Rennen tauglich sein.
Aber dann kommt die Erschöpfung zurück. Ich liege wieder da. Kein Gedanke mehr klar. Jedes Wort schwer greifbar. Mein Körper ein einziger Schmerz, mein Gehirn wie Sirup und ich schaffe noch zu denken: „Okay, es ist doch so. Ich bin krank.“
Wie kann es sein, dass ich mir selbst nicht traue, wenn es mir besser geht?
Die Antwort ist das Impostor-Syndrom. Aber nicht das klassische aus dem Berufsleben, „Gleich fliegt auf, dass ich keine Ahnung habe“, sondern seine perfide Schwester: „Gleich fliegt auf, dass ich eigentlich gar nicht richtig krank bin.“

Als ich fast verstummte
Vor drei Tagen wollte ich aufhören. Das Bloggen beenden. Die Website offline nehmen.
Ich saß hier, am selben Platz, vor demselben Bildschirm und die Selbstzweifel hämmerten auf mich ein wie ein Gewitter:
- „Sind deine Artikel überhaupt gut genug?“
- „Wer bist du, dass du über Fatigue schreiben darfst?“
- „Bist du krank genug?“
- „Schadest du nicht sogar anderen mit deinen unvollständigen Wahrheiten?“
Die alte Tina hätte nicht gezögert. Die alte Tina, das Fallschirmspringen liebte und mit 200 km/h durchs Leben raste, hätte ihn mehrfach gegencheckt und dann veröffentlicht. Aber diese andere Tina mit ME/CFS, die sich neu erfinden darf, sie blieb drei Wochen lang gefangen in der Spirale der Angst und der Selbstzweifel.
Fast hätte ich aufgegeben. Fast.
Der Sprung ins Ungewisse
Dann dachte ich an die Ausbildung beim Fallschirmspringen. An den Moment vor dem Absprung, wenn jede Faser des Körpers „Nein!“ schreit und nur der Verstand weiß: Ohne Sprung kein freier Fall, keine atemberaubende Sicht, kein Gleiten durch die Luft.
Ohne den Mut zur Veröffentlichung keine Brücke zu anderen Betroffenen. Meine Erfahrung bleibt für mich allein. Online kann sie zum Anknüpfungspunkt werden, für Austausch, für Wiedererkennen oder einfach einen ehrlichen Einblick in den Alltag mit chronischer Erschöpfung.
Nach Jahren des Rückzugs und mit der Scheu einer inzwischen introvertierten Schnecke wollte ich es wagen, online mein Schneckenhaus zu verlassen, um auszuprobieren, wie viel Begegnung und Austausch trotz eingeschränkter Mobilität möglich sind.
Also sprang ich. Nach drei Wochen Angstspirale veröffentlichte ich den Blogartikel mitten im Gefühlsdurcheinander und mit einer Überraschung: Ich landete nicht im Chaos.
Aber heute, nur drei Tage später, sitze ich wieder hier und die tückische Flüsterstimme ist zurück.
Leben im ersten Gang: Mein Alltag zwischen Erschöpfung und Selbstzweifeln
Lass mich dich kurz mitnehmen in meinen Alltag. Seit ca. acht Wochen bin ich wieder hausgebunden. ME/CFS nimmt im Moment mehr Raum ein. Acht Wochen, in denen ich keinen richtigen Spaziergang gemacht habe, die Einkäufe online oder durch meinen Mann erledigt werden und ich mit meinem Bett und dem Sofa eine sehr innige Beziehung führe. Mein Aktionsradius sind Haus und Garten.
Früher fuhr ich eine Formel-1-Saison nach der anderen. Vollgas, durchgetaktet, jede Kurve mit maximaler Präzision. Heute fahre ich im ersten Gang mit 10 km/h. An schlechten Tagen bleibt der Rennwagen in der Boxengasse stehen bzw. steht den ganzen Tag in der Werkstatt.
Aber hier liegt das Tückische. Mein Rennwagen, so wie ich meinen Körper immer gerne nenne, sieht von außen immer noch aus wie ein Rennwagen. Er ist derselbe. Nur die Leistung ist auf eine sehr spezifische Weise begrenzt.
Die kognitive Leistung? In bestimmten Zeitfenstern ist die sehr gut abrufbar. Wie jetzt, während ich schreibe. Die körperliche Leistung? Ein Minenfeld, das mich schnell an den Rand meiner Baseline bringt und im Crash endet, wenn ich beim Pacing nachlässig werde.
Der Trugschluss: „Wenn du schreiben kannst, dann kannst du auch…“
„Wenn ich schreiben kann, kann ich auch…“ – Stopp. Nein, kann ich nicht.
Schreiben kostet mich eine andere Energie als Laufen. Denken kostet mich andere Energie als körperliche Aktivitäten. Aber diese Differenzierung meiner Energien im Zusammenleben mit ME/CFS ist unsichtbar, sowohl für andere als auch für den kritischen Richter in meinem Kopf.
Mein innerer Antreiber darf lernen, dass „Funktionieren“ eine völlig neue Definition bekommen hat. Früher bedeutete es: alles schaffen, was auf der To-Do-Liste steht. Heute bedeutet es, mit Fokus einen klaren Gedanken fassen können, ohne dass sich mein Gehirn anfühlt, als würde es durch Sirup waten.
Aber genau diese neue Definition verwirrt das Impostor-Syndrom. Es nutzt jede kognitive Klarheit als Beweis gegen meine Krankheit. Es macht aus jedem Moment der Produktivität einen Anklagepunkt: „Siehst du? Du stellst dich an.“
Das Impostor-Syndrom bei ME/CFS
Das Impostor-Syndrom flüstert:
- „Echte ME/CFS-Patienten können nicht schreiben.“
- „Wenn du noch denken kannst, bist du eigentlich gar nicht krank.“
- „Andere haben es viel schlimmer, du übertreibst.“
- „Du suchst nur Aufmerksamkeit.“
Es nutzt die Schwankungen der Symptome gegen mich. Es nutzt jeden funktionierenden Teilbereich meines Lebens als Beweis dafür, dass der Rest gelogen sein muss. Aber ich bin nicht verrückt oder eine Hochstaplerin. Ich bin jemand mit einer Krankheit, die per Definition unberechenbar ist.
Diese Erfahrung teile ich nicht allein. Studien zeigen, dass Selbstzweifel und Impostor-Gefühle bei unsichtbaren und schwankenden Krankheiten wie ME/CFS besonders häufig auftreten. Genau diese Zweifel sind also kein individuelles Scheitern, sondern fast schon ein typischer Begleiter der Erkrankung.
Zwischen den Welten: Wo alte und neue Identität kollidieren
Ich befinde mich im Zwischenraum zwischen der alten Tina und Tina 2.0. Dieser Raum ist verwirrend, weil in ihm zwei Wertesysteme kollidieren.
Die alte Tina hatte klare Regeln. Wer produktiv ist, ist wertvoll. Wer funktioniert, ist berechtigt. Wer Leistung bringt, darf teilhaben. In ihrem altem Wertesystem bedeutete Krankheit vor allem eines, noch mehr Disziplin zeigen, um so schnell wie möglich wieder leistungsfähig zu sein und zurück ins Rennen zu kommen. Diese alte Stimme flüstert mir immer noch ins Ohr. „Du musst dich nur gut genug anstrengen!“
ME/CFS spielt nach anderen Regeln. Diese Krankheit lässt sich nicht kontrollieren, nicht überlisten, nicht wegarbeiten. Kein Zeitplan, keine Strategie, kein noch so kluges Management bringt den Körper zuverlässig auf die Rennstrecke zurück.
Aber es wächst eine neue Stimme. Leiser noch, aber zunehmend klarer. Eine Stimme, die langsam versteht, dass Krankheit und partielle Funktionsfähigkeit keine Gegensätze sind.

Identitäts-Crash zwischen alter Tina und dem was mit chronischer Erschöpfung geht
Mein Rennwagen fährt wieder. Und nach langer Zeit in der Werkstatt ist das wunderbar. Er fährt nicht mehr 200 km/h wie früher, aber er steht auch nicht mehr komplett still. Er fährt ca. 10 km/h.
Diese Geschwindigkeit zu akzeptieren ist für meinen inneren Antreiber eine der schwersten Lektionen meines Lebens. Die alte Tina kann nicht verstehen, wie 10 km/h ausreichen sollen. Für sie ist Vollgas das wahre Leben.
Stillstand in der Werkstatt war für die alte Tina manchmal leichter zu ertragen als 10 km/h auf der Rennstrecke. Aber ich bin jetzt nicht mehr die alte Tina. Ich bin im Zwischenraum auf dem Weg zu Tina 2.0. Der Tina, die zusammen mit der Krankheit lebt und alles genießen möchte, was geht.
Die 10 km/h sind Bewegung. Sie sind Fortschritt. Sie sind nur anders. Langsamer. Bewusster. Durchdachter.
Wenn ich heute drei Wochen brauche, um einen Artikel zu veröffentlichen, nicht weil ich ihn nicht schreiben konnte, sondern weil ich Angst hatte, er sei nicht gut genug, dann ist das meine persönliche 10-km/h-Geschwindigkeit. Es ist der Kampf zwischen Können und Trauen. Zwischen Fähigkeit und Selbstakzeptanz. Zwischen der alten Tina und der Realität.
Der Mut zur reduzierten Geschwindigkeit
Mit der reduzierten Geschwindigkeit habe ich jetzt andere Geschichten in meinem Teilzeit-Leben zu erzählen. Geschichten über Achtsamkeit, über bewusste Entscheidungen, über das Wesentliche.
Wenn ich aufhöre zu schreiben, weil das Impostor-Syndrom mir einredet, ich sei dazu nicht berechtigt, dann gewinnen die Zweifel. Dann siegt die Angst, „so“ nicht genug zu sein. Dann bleibt am Ende Stille, wo Verbindung entstehen könnte.
Authentisch zu sein heißt ehrlich zu sagen, wie es gerade ist. Auch wenn das manchmal holprig, langsam oder einfach ganz anders aussieht als früher. Mutig ist, mein eigenes Tempo anzunehmen und selber zu meinen Grenzen zu stehen, egal wie wenig rennstreckentauglich der Tag gerade ist.
Klingt einfach. Ist es nicht. Der Weg von der alten Tina zu Tina 2.0 ist ein bewusster Transformationsprozess. Jeden Tag erkenne ich mehr von den alten Mustern, die nicht mehr zu meiner Realität passen, aber immer wieder ungefragt flüstern. Ich höre zu und kontere:
Diese bewusste Gegenrede kostet Energie. Aber sie ist notwendig, damit die inneren Stimmen der alten Tina leiser werden und ich Stück für Stück weiter in Richtung Tina 2.0 fahren kann.
Die Berechtigung ohne Dauerbeweis
Heute weiß ich: Ich darf mit 10 km/h auf der Rennstrecke bleiben. Mein Auto ist nicht kaputt, es fährt nur anders.
Krankheit ist nicht binär, nicht alles oder nichts, nicht nur völlig funktionsunfähig oder vollkommen gesund. Sie braucht keine Dauerpräsenz, um real zu sein. Sie braucht keinen permanenten Beweis. Sie braucht keine Vollzeit-Sichtbarkeit.
Wenn ich hausgebunden lebe, aber trotzdem schreibe, ist das kein Widerspruch. Es ist meine Realität. Wenn ich körperlich eingeschränkt bin, aber mental aktiv, macht mich das nicht zur Hochstaplerin. Es macht mich zu jemandem, der mit den verfügbaren Ressourcen arbeitet.
Das Impostor-Syndrom ist ein Lügner. Es nutzt die Komplexität meiner Situation gegen mich. Es macht aus den guten Momenten Anklagepunkte gegen die schlechten. Es verwandelt partielle Funktionsfähigkeit in vermeintlichen Betrug.
Aber ich bin nicht verpflichtet, permanent zu leiden, um meine Einschränkungen zu legitimieren.
Fazit: Das Recht auf Widersprüche
Am Ende ist es wie mit einem Rennwagen in der Werkstatt. Auch dort darf der Motor manchmal angelassen werden. Das macht das Fahrzeug nicht automatisch tauglich für die laufende Formel-1-Saison. Der Schein von Funktion heißt nicht einsatzbereit, heißt oft nur: Ein Teil funktioniert. Für einen Moment. Vielleicht.
Ich darf:
- … gute Stunden haben, das macht mich nicht gesund.
- … schreiben und produktiv sein. Das macht mich nicht weniger krank.
- … die Theorie beherrschen und trotzdem bei der Umsetzung hadern.
Das ist kein Widerspruch. Das ist ME/CFS.
Und ich bin mittendrin. Ich bin noch nicht bei Tina 2.0 angekommen und fahre langsam, Stück für Stück und mutig weiter.
Ich lerne, mir selbst zu glauben. Nicht nur im Stillstand. Auch in der Bewegung. Auch in den Momenten, in denen alles kurz leicht wirkt und die Selbstzweifel wieder schreien. Ich lerne, sie nicht mehr als Wahrheit zu nehmen. Denn das ist für den Moment meine neue Definition von Mut: Mich selbst nicht mehr verraten, nur weil der Motor wieder anspringt.
Und obwohl ich jetzt theoretisch alles aufgeschrieben habe, ist die nahende Veröffentlichung von diesem Blogartikel wieder wie mein erster Fallschirmsprung in der Ausbildung. Wieder die Angst vor dem Exit, wieder das Ringen mit den Selbstzweifeln, wieder die Frage: Darf ich das?
Aber diesmal ist die Antwort klarer: Ja, ich darf.
Mit pochendem Herzen. Mit 10 km/h. Aber ich springe und drücke auf den blauen Button „Veröffentlichen“.
Welche Zweifel kennst du? Welche alten Prägungen und welche leisen Flüsterstimmen erkennst du bei dir? Schreib mir in die Kommentare, was dich zwischen Selbstzweifel und Realität balancieren lässt.
Liebe Tina, ich fühle mich von deinem Artikel sehr angesprochen. Bei mir ist es nicht ME/CFS, sondern eine Dauermüdigkeit nach einer COVID-Infektion 2023. Ich bin nicht einmal hausgebunden, aber ich mache seitdem einfach alles müde. Und ich sehe von außen unversehrt aus und Menschen bekommen nicht mit, wie bleimantelmäßig mein Leben ist, wenn sie von außen beobachten, was ich alles noch machen kann.
Ich war vorher nicht Frau 200km/h, aber dieses binäre „alles oder nichts“-Denken mag mein Hirn ganz gerne. Und damit stehe ich mir auch sehr im Weg und denke oft „Ach, aber eigentlich ist das ja kein richtiges long-COVID, wenn du noch XY kannst“. Dass ich seitdem körperliche Belastungen sehr reduziert habe, blende ich in diesen Momenten aus.
Dein Artikel ist für Menschen wie dich und mich super wertvoll. Es kann gar nicht oft genug gesagt werden, dass wir gute Tage haben dürfen und Dinge können dürfen und dass wir trotzdem gleichzeitig eingeschränkt sind. Dass wir niemandem einen Beweis schuldig sind und erst recht kein Dauerleiden.
Vielen, vielen Dank und liebe Grüße
Angela
Liebe Angela,
vielen, vielen Dank für deine Rückmeldung! Deine Metapher mit dem „Bleimantel“ finde ich sehr treffend. Er ist da und keiner sieht ihn. Und ich musste ein bisschen schmunzeln über dein „alles oder nichts“-Denken. Kenne ich 😄 …
Ja, wir sind niemandem einen Beweis schuldig und erst recht kein Dauerleiden. Danke, dass du das so klar schreibst. Und trotzdem gerate ich an diesem Punkt immer wieder ins Straucheln. Und passend dazu: Nach diesem Blogbeitrag ging bei mir tatsächlich erstmal nichts mehr. Quasi live ein Beweis fürs „doch krank“. Ja, ich brauche keinen Beweis. Aber doch kann ich jetzt mit einer gewissen Selbstironie sagen: Die Krankheit beweist sich immer wieder auf ihre eigene, charmant-ungefragte Art. Und dann ist es doch wieder ein „guter Beweis“.
Manchmal finde ich einen Crash fast schon beruhigend, so seltsam das klingt. Es ist, als würde mir mein Körper ganz un-missverständlich den Beweis liefern: Du bildest dir nichts ein, du leistest nicht „einfach nur weniger“, du spielst nichts vor. Das Gefühl, ständig „nur zu müde“ oder „zu erschöpft“ zu sein, ist auf Dauer schwer zu greifen, für mich selbst, aber auch für andere. Wenn ich mich zeitig zurückziehen muss oder wieder mal „Nein, geht nicht“ sagen muss, fühle ich mich oft wie die Hauptdarstellerin in meinem eigenen Ausweich-Theaterstück. Zwischen all den Selbstzweifeln ist so ein Crash dann der Moment, in dem ich tatsächlich weiß: Es IST krankheitsbedingt. So unangenehm und anstrengend es auch ist, ein Teil von mir findet darin fast ein bisschen Bestätigung.
Und wie du schon schreibst, von außen sieht viel so normal aus. Und irgendwie wird das Unsichtbare dadurch oft selbst für uns schwierig ernst zu nehmen. Die eigenen Einschränkungen kleinzureden, so als müsste man ständig innerlich punkten in Richtung, „Aber du kannst doch noch xy!“. Ich glaube, das ist eine dieser ganz gemeinen Fallen, in die generell chronisch Erkrankte immer wieder tappen.
Also lass uns deswegen jeden Tag üben: Beobachten – Erkennen – Akzeptieren – Erlauben – Atmen 😊!
Ganz liebe Grüße, Tina